Die Oberhexenwahl

Ein Mädchenprojekt mit Theater, Gestaltung und Video

Geschichten, Dialoge und Hexensprüche erfinden und inszenieren, Hexenlieder singen, Kostüme schneidern, Kulissen erstellen, Figuren malen – all das ist in diesem Hexen-Projekt möglich.





 Neun Hexen und zwei Fledermäuse der Matthias-Claudius-Schule machen mit. Schon seit vielen Jahren arbeitet Musifratz mit der Schule eng zusammen, so dass langfristige Projekte möglich sind.


Seit ca. 3 Jahren arbeitet die Theaterpädagogin und Musikerin Annette Lenters einmal wöchentlich mit den Mädchen im Rahmen der Ganztagsbetreuung der Schule. Angefangen hat die Gruppe zunächst als Musik/Spiel/Tanz - Angebot.

 

 Bald entdeckten die Mädchen ihr Interesse fürs Theaterspielen. So wandelte sich das Projekt zu einer Mädchen-Theater-Gruppe. Es folgten die ersten Auftritte auf Schulfesten und im Münsteraner Stadtteilzirkus "Leporello".

Die Mädchen wollten mal wieder etwas neues ausprobieren. Einige aus der Gruppe hatten bereits bei anderen Musifratz-Projekten mitgemacht und erste Erfahrungen mit Video gesammelt. Nun wollten die Kinder gerne einen Film mit ihrer Mädchengruppe drehen. 

 Um den Film zu realisieren, holt sich die Projektleiterin Annette Lenters zeitweise Verstärkung: Lisa Sträter (Gestaltung) und den Medienpädagogen Rudolf Gier-Seibert.

Lisa Sträter hilft den Kindern beim Schneidern der Hexenkostüme. Außerdem erstellt sie mit den Kindern Filmkulissen aus gemalten Bildern, Stoffen und anderen Materialien. 

 Da der ganze Film im „Studio“, ein Raum in einem alten Schulpavillon, gedreht wird, ist die Dekoration aufwendiger als bei anderen Musifratz-Filmprojekten.

Rudolf Gier-Seibert überarbeitet mit den Kindern die Geschichte. Es entsteht eine Drehbuchcollage, in der die Abfolge der Szenen festgelegt ist. Zur Ausgestaltung der Handlung und der Dialoge lässt die Collage aber noch viele Gestaltungsspielräume. 

 Während der Drehbucharbeit denken sich die Kinder auch den Titel des Films aus: "Die Oberhexenwahl".


Die Geschichte handelt von einer Hexengemeinschaft, die ihre Oberhexe verliert. Als eine neue Oberhexe gewählt werden soll, taucht eine gemeine Warzenhexe auf ... 

 Neben den Realfilmaufnahmen werden einige Sequenzen als Trickfilm umgesetzt. Die Kinder haben dafür Figuren und Hintergründe gemalt.

Die Trickfilmsequenzen werden mit der Trickbox gedreht. Bei den Aufnahmen hilft Catarina Pliet, Mitarbeiterin der Ganztagsbetreuung. 

 Insgesamt erstrecken sich die Vorbereitungen und Filmaufnahmen über einen Zeitraum von drei Monaten. Zu den wöchentlich zwei Projektstunden kommt noch ein Projekttag hinzu.


Zu der Filmpremiere kommen 200 Schülerinnen und Schülern in die Aula der Matthias-Claudius-Schule. Nicht nur das Publikum, auch die Schulleiterin Frau Borns ist begeistert und bescheinigt den Mädchen eine „außergewöhnliche Leistung“. 

 Das Zusammenspiel der Bereiche Theater, Gestaltung und Video eröffnet den Kindern vielfältige Möglichkeiten, sich kreativ zu äußern.

Die Konstellation einer Mädchengruppe trägt erheblich dazu bei, dass mädchenspezifische Themen intensiver behandelt werden können. Zum Teil verarbeiten die Mädchen in ihren Geschichten und schauspielerischen Darstellungen gruppendynamische Vorgänge. 

 Die Mädchen trauen sich, Rollenmuster und Werte zu hinterfragen und mit Ironie auf die Leinwand zu bringen. Schönheitsideale, Konfliktstrategien oder Machtfragen, solche Erfahrungen werden in dem Film auf humorvolle Weise zum Thema gemacht.


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